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Neuigkeiten/Presse
23.10.2013, 11:39 Uhr | Büro Noll
Betriebliches Gesundheitsmanagement als familienpolitische Maßnahme
KREIS METTMANN Möglichkeiten einer zukunftsweisenden Gesundheitspolitik diskutierten die Familienpolitikerin Michaela Noll (MdB) und Gesundheitsexpertin Christiane Kowalski.
Christiane Kowalski im Gespräch mit Michaela Noll
Die Krankenkassenökonomin Kowalski hat über viele Jahre in der Krankenversicherung miterlebt, wie sich Diagnosen verändert haben, Langzeiterkrankungen und die Einnahme von Psychopharmaka, auch bei Kindern und Jugendlichen, angestiegen sind. "Burnout" -Patienten werden immer jünger, 41 % aller Frühverrentungen sind nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund mittlerweile auf Psychische Erkrankungen zurückzuführen, stressbedingte Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. In Zeiten des demografischen Wandels und des zunehmendes Fachkräftemangels wird dies nicht zuletzt für Unternehmen zunehmend zum Problem.

Die Gesundheitsexpertin Christiane Kowalski fordert deshalb:"Das Gesundheitssystem muss sich weiterentwickeln. Es darf sich nicht mehr nur auf Defizite fokussieren. Krankheit ist keine persönliche Schwäche von Menschen. Häufig ist es ein Versuch, bestehende Probleme zu lösen, diese können beruflich oder persönlich sein. Eine Strategie von Körper, Geist und Seele um wieder in Balance zu kommen. Doch können Leistungen in der Krankenversicherung meistens nur dann in Anspruch genommen werden, wenn Menschen schon krank sind. Dabei ist aus zahlreichen Studien bekannt, dass die frühzeitige Stärkung der Gesundheit nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch nachhaltiger ist. Auch die Finanzierung der Krankenversicherung stellt einen völlig verfehlten Anreiz dar. Krankenkassen erhalten umso mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds, desto kränker ihre Versicherten sind", so Kowalski.

Die Familienpolitikerin Noll weiß, wie belastend sich eine Erkrankung eines Elternteils auf die Kinder und die ganze Familie auswirken kann. "Fällt ein Elternteil krankheitsbedingt aus, hat das Auswirkungen auf das gesamte Familiengefüge. Vor allem unter psychischen Erkrankungen leiden die Kinder. Hier ist Prävention ganz wichtig, die Eltern müssen rechtzeitig Unterstützung erfahren. Hier sind auch die Betriebe und Unternehmen gefragt", so Noll.

Dazu Kowalski: "Menschen leben und arbeiten in Beziehungen. Erkrankt ein Familienmitglied oder ein Kollege, so hat dies auch Auswirkungen auf Familienmitglieder und Kollegen. Diese machen sich Sorgen, sind überlastet und erkranken nicht selten ebenfalls. Hier wird rechtzeitige und stärkende Unterstützung benötigt. Ein solcher Ansatz ist die "Systemische Beratung und Therapie", die nicht nur den Erkrankten allein betrachtet und behandelt, sondern auch die Beziehungen, in denen Menschen leben und arbeiten, einbezieht." International werde diese Therapie- und Beratungsverfahren schon lange angewendet. In Deutschland prüfe der Gemeinsame Bundesausschuss derzeit die Zulassung der "Systemischen Therapie" als weiteres Verfahren in der Psychotherapie.

Kowalski selber hat eine persönliche Konsequenz aus der Entwicklung gezogen. War sie früher auf Vorstandsebene einer Krankenkasse tätig, berät sie heute Unternehmen und coacht Führungskräfte zum Thema Gesundheit (www.ck-gesund.de). Im betrieblichen Kontext will sie so deutlich früher und wirksamer die Gesundheit stärken. Langzeiterkrankungen und Chronifizierungen könnten so gesenkt werden.